Internationale Münchener Friedenskonferenz

Förderprojekt, 2007
Geförderte Einrichtung: Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerk, München

Auch im Februar 2007 trafen sich Politiker, Vertreter des Militärs und der Rüstungsindustrie wieder in München zur sog. „Internationalen Konferenz für Sicherheitspolitik“. Dem dort vorgestellten „Sicherheits“- Konzept entspricht die Militarisierung der europäischen Außenpolitik, wie sie im EU-Verfassungsvertrag festgeschrieben werden soll. Eine solche Politik birgt die Gefahr, dass es beim Kampf um Interessenssphären und Ressourcen zu einem verschärften Rüstungswettlauf – selbst mit den USA – kommen wird. Die Friedensbewegung setzte dem eine Konferenz „Frieden und Gerechtigkeit gestalten“ entgegen. Die öffentliche Friedenskonferenz mit internationaler Beteiligung stellte die Kritik an der bestehenden Kriegspolitik dar und diskutierte Konzepte für Frieden, Abrüstung und Konfliktbearbeitung. 400 Gästen im vollbesetzten Saal des Alten Rathauses nahmen zu Beginn am Internationalen Forum „Wege zur Sicherheit ohne militärische Gewalt“ teil. Es referierten der renommierte norwegische Friedensforscher Prof. Johan Galtung, der Botschafter der Republik Costa Rica, Dr. Bemd Niehaus sowie der Münchner Atomphysiker Prof. Pr. Hans-Peter Dürr. Clemens Ronnefeldt, Referent für Friedensfragen vom Versöhnungsbund führte in das Thema ein und moderierte. Prof. Galtung, der neben der theoretischen Friedensforschung über viele Jahre praktischer Erfahrungen in der zivilen Konfliktbearbeitung verfügt, zeigte auf, dass es immer zwei Möglichkeiten gibt, auf Konflikte zu reagieren: die gewalttätige und die gewaltlose. Laut Prof. Galtung hätten Konflikte immer eine Vorgeschichte, die man kenne aber dann auch für positive Entwicklungen nutzen müsse. Dr. Niehaus, Botschafter von Costa Rica, stammt aus einem Land, das 1948 die Armee per Verfassung verboten hat. Diese Richtungsänderung setzte im Staatshaushalt Mitte frei, die in Bildung, Gesundheit und den Umweltschutz viel sinnvoller investiert werden konnten. Die Gesellschaft verändere sich: aus einem zentralen Gefängnis in San Jose machte man ein Museum für Kinder und aus Kasernen wurden Wohnungen. So gäbe es im Land heute mehr Lehrer als Polizisten, sodass die Alphabetisierungsrate in Costa Rica die höchste in Lateinamerika sei, so Dr. Niehaus. Frieden und Sicherheit erwachsen aus Interessensausgleich und Gerechtigkeit, so eine der zentralen Botschaften der Konferenz. Der Einsatz für politische und soziale Gerechtigkeit sowie für die Erhaltung der Umwelt ist natürlicher Bestandteil der Friedensarbeit. Die Internationale Friedenskonferenz diene der Entwicklung einer Kultur der Gewaltfreiheit und der Vernetzung der internationalen Friedens- und Sozialbewegungen.